Architektonische Stilrichtungen

Merkmale der Hauptstile
Architektonische Stilrichtungen

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Hochebene von Chiapas

Dieser Stil zeichnet sich dadurch aus, dass die unteren Teile der Hügel für große Plätze genutzt wurden, sowie dass die natürlichen Anhänge mit architektonischen Grenzen verstärkt wurden, um Trasse zu bilden. Auf diesen wurden Tempel, Paläste und Altäre errichtet. Die Steinwände wurden mit bearbeitetem und vielfarbig bemaltem Stuck verziert. Das Trassensystem und die Fundamente sind mit Gesimsen ausgeschmückt. Die Blütezeit dieses Stils ist in der Zeitspanne von 400 bis 900 anzusiedeln.

Chenes

Im Gegensatz zum Río Bec Stil sind die Türme im Chenes-Stil funktional. Auch hier sind die Fassaden mit Masken dekoriert. Manchmal treten riesige Türme auf, die als Sonnenuhr dienten. Dieser Stil ist dem Río-Bec- und Puuc-Stil sehr ähnlich, da sich diese drei Richtungen zur selben Zeit entwickelten.

Pazifikküste

Dieser Stil erlebte seine Blütezeit während der späten Vorklassik, auch wenn sich dieser Stil mancherorts bis in die Klassik hielt. Typisch sind Pyramidenfundamente aus Erde mit stark geneigten Steigungswinkeln. Während der Epoche der Klassik begann man die Fundamente mit Stein zu verkleiden. Jene Orte, die in diesem Stil gehalten sind, waren mit komplexen Wasserführungssystemen, breiten Straßen und Plätzen aus Stein ausgestattet.

Ostküsten-Stil

Es handelt sich hierbei um den architektonischen Stil, der während der Postklassik in den Städten und Siedlungen an der Ostküste der Halbinsel Yukatan entwickelt wurde. Er zeichnet sich durch Flachdachkonstruktionen und verbaute Türsturze in den Tempeln aus. Diese Tempel sind kleingehalten und haben Säulengänge oder Eingänge, die von Säulen gesäumt wurden. Eine weitere typische Eigenschaft ist, dass kleine Altäre und Heiligtümer häufig vorkommen.

Maya und Toltekenstil

Diese Bezeichnung meint die Stilrichtung, die im Norden der Halbinsel Yukatans bis in die Postklassik hinein (1000 n.Chr. bis 1450 n.Chr.) entwickelt wurde und sich durch die abschüssigen Fundamente, die mit verschlungenen Gesimsen versehen waren, auszeichnet. Die Treppen sind mit Handläufen versehen, die mit Schlangenköpfen enden. Die Paläste sind Säulenhallen mit flachen Dächern. Die Säulen von Säulengängen sind in Form von Schlangen ausgearbeitet, bei denen die Säulenbasis ihren Kopf darstellt, und der obere Teil der Säule (Kapitel) die Rassel der Klapperschlange abbildet. Manchmal sind die Säulen der Säulenhallen auch Atlanten.

Petén

Dieser Stil zeichnet sich durch den Einsatz von schürzenartigen Verkleidungen der Hänge aus, die auf Hangstufen abgestützt wurden. Die Ecken der Fundamentplatten sind abgerundet und zurückversetzt, was eine Sternenform der Stockwerke zur Folge hat. Die Platten sind mit Tempeln abgeschlossen, die mit dicken Öffnungen und schweren Dachsäumen in Erscheinung treten. Ebenso sind die breiten Pyramidentreppen, die aus einem Stein gearbeitet und mit Stuckmasken verziert sind, die sowohl anthropomorphe wie auch zoomorphe Darstellungen abbilden. Dies ist typisch für die Stilrichtungen der späten Vorklassik (300 v.Chr. bis 250 n.Chr.) und der frühen Klassik (250 n.Chr. bis 600 .Chr.)

Puuc

Der Puuc-Stil zeichnet sich durch die Gebäude mit vielen Stockwerken und Räumen aus, deren Fassade mit Säulen und Pfeilern abgeschlossen werden. Die Deckschichten der Gebäude sind mit äußerst genau gearbeiteten Friesen aus Stein verkleidet, deren geometrische Formen und Masken, welche auch an den Ecken der Tempel erscheinen, den Gottes Chaac darstellen.

Río Bec

Diese Stilrichtung wurde während der späten Klassik erdacht (550 – 1050 n.Chr.) und stellt eine Weiterentwicklung des Petén-Stils dar. Er zeichnet sich durch den Einsatz von Ziertürmen und nicht-funktionalen Treppen aus, die zu falschen Tempeln führen. Die Fassaden sind mit quadratischen Mustern, wie das eines Damespielbretts, verziert, und mit Masken in den Säulengängen ausgestattet.

Chronologie Mesoamerikas

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